“Guten Morgen, Hamas”,

titelte frisch, fromm, fröhlich, frei vorgestern die junge Welt und klebte ein Interview mit Uri Avnery darunter, in dem der Friedenspreisträger zum 1001. Mal bestätigt, dass letzten Endes auch heute wieder die Juden an so gut wie allem schuld seien und vor allem daran, dass es keinen Frieden gibt – und zuallererst für sie nicht.

Für einen endlich mal ganz unverschämt aufmunternden sozialistischen deutschen Gruß aus Berlin an die Genossen in Gaza war die Zeit zweifellos schon lange reif. Denn zwar versteht die junge Welt nach ihrem eigenen Glaubensbekenntnis Solidarität […] nicht als Einbahnstraße”, aber dennoch haben die organisierten Judenmörder in Gaza, wie z.B. ein hier veröffentlichtes Foto zeigt, elendig lange auf eine Erwiderung ihrer eigenen herzlichen Solidaritätsbotschaft an die jW warten müssen, obwohl dieselbe mit höchster Ausdauer und z.T. sogar unter die Kampfkraft der revolutionären Truppen erheblich zermürbenden Witterungsbedingungen und wieder einmal um den Preis zahlreicher palästinensischer Opfer (Sonnenstiche, Krämpfe u.a.), welche von der Imperialistenpresse selbstverständlich wieder einmal totgeschwiegen wurden, mehrfach wiederholt wurde.

Heil junge Welt!

Hamas sagt schon ziemlich lange: “Heil junge Welt!” (oder vielleicht auch nur freundlich berlinernd “Morjen, Jenossen!”, denn dies ist schließlich nur ein “Stumm”-Foto).

Vermutlich lag aber keine böse Absicht seitens der jW vor; das Kommunikationsproblem der deutschen Kommunisten wird bis vorvorgestern schlicht darin bestanden haben, dass sich lange kein zu einer selbstverständlich ebenso wie die Hamas-Nazigrüße öffentlich zu übermittelnden warmherzigen jW-Antwort passender Text fand, welcher auch der in ihrer Mehrheit Hitlergrüßen vermutlich bislang noch eher ablehnend gegenüberstehenden Leserschaft den zum solidarischen Weitermachen ermunternden Gruß hätte schmackhaft machen können. Bis man dann wohl etwas Passendes von Avnery fand, das dann nur noch solidarisch-kostengünstig übersetzt zu werden brauchte.

Da die Hamas dem Führer, dem deutschen Volk, der SA, der SS, der Linken, den Grünen, wahrscheinlich den meisten deutschen Kleingärtnervereinsvorsitzenden, der EU, Indymedia etc. pp. und nicht zuletzt der jungen Welt selbst in puncto Friedensliebe und damit auch revolutionärer Geduld im Krieg gegen die Zionisten in nichts nachsteht, wird sie die Verspätung des öffentlichen antisemitischen Bruderkusses der Berliner Bundesgenossen wahrscheinlich nicht allzu übel nehmen: die Erleichterung über die zu erwartende drastische Verringerung der eben auch dem Kampf um die Herzen Tausender linker deutscher Zeitungskäufer geschuldeten schweren Armkrampffälle und die Freude über die nun wieder frei werdenden Kapazitäten im palästinensischen Gesundheitswesen und die durch den Liebesbrief aus Deutschland erfolgte nachhaltige Erhöhung der Kampfmoral wird die Verärgerung über die späte Antwort mehr als aufwiegen, so dass die Hamas sich nun wieder und mit mehr frohem Mut denn je der revolutionären Tagesaufgabe zuwenden kann:

“Ihr seid unsere Zielscheibe, wir wollen euren Tod.” Dies kann man auf der offiziellen Website der Hamas lesen. Auf einem der letzten Poster auf den Sites der Hamas, deren Betextungen keinerlei Zweifel aufkommen lassen, sind Kinder aus Sderot abgebildet, die während eines Angriffs palästinensischer Qassams in einem Bunker kauern: “Die Zionisten verstecken sich gut.”*

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*) Übersetzt nach http://www.ilfoglio.it/blog/59

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